Margit Schäfer erhält den Monika-von-Boch-Preis für Fotografie – Ausstellung im Museum Schloss Fellenberg in Merzig
Am Mittwoch, 17. Juni, wird Margit Schäfer der elfte Monika-von-Boch-Preis für Fotografie verliehen. Aus diesem Anlass zeigt das Museum Schloss Fellenberg eine von der Künstlerin kuratierte Ausstellung ihres Werks unter dem Titel What remains. Die Ausstellung ist zu sehen vom 18. Juni bis 12. Juli: donnerstags, freitags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.
Margit Schäfer, 1970 in Wadern geboren, studierte 1998 bis 2004 an der Saarbrücker HBK Freie Kunst mit den Schwerpunkten Malerei und Mixed Media. Das Studium schloss sie mit Diplom als Meisterschülerin von Professor Daniel Hausig ab. In ihren Serien Vermächtnis und Zehn Leben, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts entstanden, nutzte sie die Fotografie, um sich selbst in verschiedenen Rollen zu inszenieren. In Vermächtnis stellt sie Bilder nach, die ihr Vater kurz nach der Hochzeit von ihrer Mutter machte. Sie zeigt sich in der Kleidung ihrer Mutter und in der Wohnungseinrichtung ihrer Eltern. In Zehn Leben stellt sie sich an der Seite vermeintlicher Partner vor, die unterschiedlichen Gruppen der Jugendkultur angehören. Sie selbst betreibt entsprechend Mimikry, mal als Punk, mal eher als Hippie in Kleidung wie auch in der Haltung.
In den letzten Jahren schlug Margit Schäfer ein neues Kapitel ihres fotografischen Schaffens auf. Es entstanden formal reduzierte fotografische Serien, deren Bilder mal mit, mal ohne Kamera entstanden, mal als Schwarzweißbild mal in Blauweiß als Cyanotypie. Waren ihre frühen Arbeiten stärker auf soziale und psychologische Themen – zumindest vom ersten Eindruck her – ausgerichtet, stehen ihre jüngsten Arbeiten für eine stärkere Auseinandersetzung mit dem Verhältnis vom Menschen zu Landschaft und Natur. In diesen Arbeiten gelingen Margit Schäfer sehr tiefgründige, stimmungsgeladene Wege zu fast symbolischen oder allegorischen Aussagen in ihrer Fotografie, mit der sie Bilder erschafft, die vom Leben, Reifen und von seinen Erschütterungen erzählen.
Ihre Serien sind manchmal nach poetischen Texten betitelt wie The House of Belonging. Andere heißen The Planets within, Atlantic – Written by the Ocean oder The Meadow near home. Allesamt sind sie als Cyanotypien angelegt – ein Verfahren, das belichtete Stellen nicht schwarz, sondern blau aufscheinen lässt. Das Blau hat eine stark verfremdende Wirkung, stärker als die Grauwerte in der Schwarzweißfotografie. Das Verfahren geht zurück ins 19. Jahrhundert, und es war eine Frau, die es erfand: Anna Atkins (1799–1871). Als Botanikerin gab sie 1844 British Algae, Cyanotype Impressions heraus. Dieses Interesse an der Natur teilt sie mit Margit Schäfer, die inhaltlich und technisch Bezüge zur Archaik des Fotografischen provoziert.
Darin ist auch eine Parallele zum Werk der Namensgeberin dieses Preises zu erkennen: Monika von Boch ließ großes botanisches Wissen in ihre Fotografie einfließen und sie ließ sich motivisch oft von ihrer direkten Umgebung inspirieren. Sie lebte zeitlebens in Mettlach. Margit Schäfer lebt in Konz und verarbeitet in ihren fotografischen Arbeiten auch die Flusslandschaft an der Saar.
Termine und Begleitprogramm:
- Donnerstag, 25. Juni,15 bis 18 Uhr: Workshop für Kinder ab 9 Jahren zum Thema Blueprints – das blaue Wunder. Einführung in die Welt der Cyanotypie
- Sonntag, 28. Juni, 11 bis 12.30 Uhr: Sonntags-Matinee mit Frühschoppen auf dem Außengelände Schloss Fellenberg mit dem Musikverein Merchingen
- Sonntag, 5. Juli, 15 Uhr: Künstlerführung – Margit Schäfer gewährt Einblicke in ihre Ausstellung
- Sonntag, 12. Juli, 11 bis 12.30 Uhr: Sonntags-Matinee mit Frühschoppen auf dem Außengelände Schloss Fellenberg mit dem Musikverein St. Hubertus Schwemlingen
- Sonntag, 12. Juli, 14 bis 17 Uhr: Finissage, Kunstverkauf kleiner, eigens angefertigter Arbeiten
- Sonntag, 12. Juli, 15 Uhr: Künstlergespräch – Margit Schäfer spricht mit Dr. Roland Augustin, Leiter Fotografische Sammlung, Saarlandmuseum
Hinweis: Die Sonntags-Matineen entfallen bei schlechtem Wettern
Weitere Infos gibt es beim Museum Schloss Fellenberg, Torstraße 45, in Merzig, online unter www.museum-schloss-fellenberg.de oder telefonisch unter (06861) 80 4620.