Kultur-Labore – Rückblick auf die Entwicklungsphase
Bereits in der Entwicklungsphase wurde in verschieden Kultur-Laboren experimentiert und Erfahrungen für die kommende Umsetzungsphase gesammelt.
Labor Junge Menschen: Experimentieren und selbst organisieren
Experimente in der Culture Factory
Die Culture Factory wurde ins Leben gerufen, um verschiedene Projekte und Workshops für Jugendliche und junge Erwachsene im Kulturlabor junge Menschen zu bündeln. Verantwortlich für die Umsetzung der Experimente ist die Streetwork Merzig-Wadern.
Die Idee hierfür kam im Zuge der ersten Projekte innerhalb der Erprobungsphase bei den jungen Menschen auf und wurde von den Fachkräften aufgegriffen. Sowohl in die Namensgebung, als auch in die Gestaltung der Flyer waren die Jugendlichen schon mit eingebunden.
Angesichts der schnelllebigen und dynamischen Entwicklung der Jugendkultur ist es wichtig, flexibel auf aktuelle Trends, Interessen und Bedürfnisse zu reagieren. So wurden auch die Projekte selbst sowie die Örtlichkeit der Durchführung von der Zielgruppe mitbestimmt.
Diese Workshops wurden bereits umgesetzt:
- Kreatives Schreiben im Eisenbahnwagon
- Techno-Töpfern im Kino
- Kunstprojekte Farb-Rausch, Minds in Motion und Manga-Zeichnen am Kurparkweiher
Labor GEMeinsam: Kulturelle Teilhabe statt Vereinsamung
Experimente mit dem Dreiland-Theater Wochern
Das Kultur-Labor Gemeinsam – nicht mehr einsam widmete sich dem Thema der gesellschaftlichen Vereinsamung von Menschen – und der Frage, welchen Beitrag Kultur leisten kann, um Kommunikation zu beleben und neue Kontakte zu entwickeln. Das Dreiland Theater hat ein Programm zum Thema Einsamkeit in Form von drei verschiedenen Beteiligungsformaten angeboten:
Fragen an die Zukunft - Ein kleines Projekt in Zusammenarbeit mit der Kita Besch und dem Altenheim St. Franziskus in Besch: Über einen gemeinsamen Briefkasten, der zwischen den beiden Einrichtungen aufgestellt wurde, treten die beiden Gruppen Kinder der Kita und Bewohner des Altenheims in Kontakt und tauschen sich zu Traditionen, kulturellen Ereignissen, regionalen Gerichten und besonderen Orten in der Region aus. Die gesammelte Post wird im Rahmen einer Ausstellung im Dreiland Theater präsentiert.
Audio-Workshop Wo versteckt sich die Einsamkeit: Gemeinsam mit dem Liquid Penguin Ensemble ging es auf die Suche nach der Einsamkeit: Wie klingt sie und wie kann man sie hörbar machen? Der Workshop wurde aufgrund von wenigen Anmeldungen in ein aufsuchendes Format umgewandelt, so dass spontan Menschen an der Haustür oder auf der Straße angesprochen wurden. Der Zugang erfolgte über Gedichte der Romantik zum Thema Einsamkeit. Aus den Gesprächen und den eingelesenen Gedichten sind Soundcollagen entstanden, die über die Website des Dreiland Theaters abrufbar sind: https://www.corinnapreisberg.de/GemEinsam/
Geschichtentelefon: Zusammen mit dem Schauspieler und Sprecher Hanno Dinger machte sich Corinna Preisberg auf die Suche nach Geschichten aus dem Dorf zum Thema Einsamkeit – und was man dagegen tun kann bzw. was früher vielleicht anders war. Die gesammelten Geschichten und Interviews sind auf einem alten, umgebauten Telefon abrufbar – ganz so, als ob man einen Rat zur Einsamkeit über das Telefon bekommt. Das Telefon kann im Rahmen einer Wanderausstellung an verschiedenen Orten oder in verschiedenen Einrichtungen im Landkreis ausgestellt werden.
Labor Bühne frei: Wir machen Musik
Experiment Trash Drumming an der Höckerlinie Orscholz
Bereits seit mehreren Jahren beschäftigen sich der Verein Orscholz-Cloef-Touristik und Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule an der Saarschleife in Orscholz in verschiedenen Projekten mit der Geschichte und der Identität der Region. Im Rahmen des LEADER-Projekts Höckerlinie – Schüler entdecken und gestalten Geschichte führten Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 11 der Gemeinschaftsschule an der Saarschleife in Orscholz Interviews mit den letzten noch lebenden Zeitzeugen aus dem 2. Weltkrieg: Link zum Projekt
Im Rahmen eines Experimentes setzte sich die Trash-Drumming-Gruppe der Schule mit den Kampfhandlungen an der Höckerlinie im Februar 1945 auseinander, die 2.400 gefallene Soldaten auf amerikanischer und deutscher Seite sowie zivile Opfer forderte. So entstand das Musikstück 2400, das im Januar 2025 seine Premiere am Ort des Geschehens erlebte.