Weiterhin gilt: »Mich kriegst du nicht K.O.!«
Seit über zwei Jahren macht die Gleichstellungsstelle des Landkreises Merzig-Wadern auf die landesweite Kampagne „Mich kriegst du nicht K.O.! – Gemeinsam stark gegen K.O.-Tropfen!“ aufmerksam. Auch zur Fastnachtszeit ist die Gefahr der geruch- und geschmacklosen Tropfen präsent. Daher werden auch in den kommenden Wochen Aktionsteams in Clubs und auf Veranstaltungen unterwegs sein, um für das Thema zu sensibilisieren.
„Zusätzlich zeigen die Kinos Lichtspiele Losheim am See sowie Lichtspiele Wadern bis Ende März einen Image-Film zum Thema K.O.-Tropfen“, erklärt Doreen Schrecklinger-Leuchtle, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Merzig Wadern. „Wir danken beiden Kinos für das Engagement und die Unterstützung. Sie leisten damit einen kostbaren Beitrag in der Präventionsarbeit.“
Wenn der Verdacht besteht, Opfer von K.O.-Tropfen geworden zu sein, sollten Betroffene schnellstmöglich in einem Krankenhaus eine Probenahme von Blut und Urin vornehmen und alles dokumentieren lassen. Auch wenn sich jemand (noch) nicht zu einer Anzeige entschieden hat, ist es wichtig, für ein mögliches Strafverfahren Proben, Befunde und Fotos von Verletzungen sicherzustellen.
Die vertrauliche Spurensicherung ist kostenlos und im Saarland in ausgewählten Kliniken und in niedergelassenen Praxen möglich. Auf www.spuren-sichern.de sowie telefonisch unter (0681) 844944 erfahren Betroffene rund um die Uhr, wo das Angebot in Anspruch genommen werden kann. Zudem gibt es hier, wie auch unter www.frauenbeauftragte.saarland Informationen zum Verfahren sowie Kontaktdaten von Beratungsstellen in Wohnortnähe.
Die Kampagne wurde von der Landesarbeitsgemeinschaft Kommunale Frauenbeauftragte, dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit und den spezialisierten Fachberatungsstellen bei sexueller Gewalt – Nele, Phönix, Frauennotruf Saarland sowie dem Weißen Ring – konzipiert.
Hintergrund
K.O.-Tropfen, Abkürzung für Knockout-Tropfen, sind Medikamente, die eine narkotisierende Wirkung haben. In Mischgetränken sind die Mittel kaum zu schmecken oder zu riechen. K.O.-Tropfen machen manipulierbar und wehrlos. Mit Alkohol gemischt wirken die Tropfen schnell, das Opfer scheint betrunken und ist willenlos. Nach Erwachen können sich die meisten Opfer aufgrund von retrograden Amnesien (Gedächtnislücken) nicht mehr an die Tat oder den Tathergang erinnern. Oft fehlt ihnen die Erinnerung an einige Stunden.