»Unser Dorf hat Zukunft«: Bietzerberg, Britten und Morscholz auf dem Siegertreppchen
Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurden am Dienstag, 9. September, die Sieger des Dorfwettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ im Landkreis Merzig-Wadern geehrt. Den ersten Platz belegt die Dorfgemeinschaft „Bietzerberg“, bestehend aus Bietzen, Menningen und Harlingen.
Auf dem Bietzerberg hatten die Ortsvorsteher Manfred Klein (Bietzen), Kevin Burger (Harlingen) und Therese Schmitt (Menningen) an mehreren Stationen ein gemeinschaftlich entwickeltes Konzept präsentiert. Unter dem Motto „Bietzerberg – Gemeinsam auf der Höhe“ gehen die Dörfer Hand in Hand: Projekte wie die geplante Wiedereröffnung der Grundschule Bietzen als Dependence der Merziger Kreuzbergschule im kommenden Jahr – in der künftig die Klassen 1 bis 4 aller drei Orte unterrichtet werden sollen – sind Ausdruck des gemeinsamen Zukunftsweges. Zudem gibt es vielfältige Kooperationen in Musik-, Sport- und Karnevalsvereinen sowie beim Seniorenmobil Bietzerberg. Weitere geplante Projekte sind die Aufwertung des Menninger Brunnens und die Umgestaltung der Dorfmitte in Harlingen.
Auf Platz zwei landete Britten: Das Naturparkdorf hat sich mit Projekten für viele Alters- und Zielgruppen auf den Weg gemacht, die Zukunft des Ortes zu sichern. Während im „Ruathaus“ die Ortsgeschichte bewahrt wird, verliert die Dorfgemeinschaft doch nie die Gegenwart aus den Augen: Der Dorfplatz wurde zu einer Freizeitfläche für Jung und Alt umgestaltet, das Neubauprojekt „Ortsmitte Britten“ bietet barrierefreie Wohneinheiten. Kinder und Jugendliche werden ins Dorf- und Vereinsleben eingebunden und können sich engagieren: vom Imkern mit den Naturfreunden Britten bis zum Lehnenball des Jugendclubs und den Karnevalsveranstaltungen vor großem Publikum. Mit dem Mountainbike-Flowtrail wurde eine neue Freizeitmöglichkeit und zugleich ein touristisches Aushängeschild geschaffen.
Auch Morscholz darf sich wieder über einen Platz auf dem Siegertreppchen freuen. Das Dorf befindet sich seit Jahren in der Weiterentwicklung und hat dabei stets das Wohl von Jung und Alt im Blick. Dadurch gewinnt das Dorf an Lebensqualität – das aktive Vereinsleben und die gegenseitige Unterstützung machen sich überall positiv bemerkbar. Neben dem gartenpädagogischen Konzept eines Privatgartens sowie dem Naturpädagogikprojekt „Wildwuchs“ sicherte auch ein Verkaufsautomat für regionales Weidefleisch von „GreenOx“ Morscholz den dritten Platz.
Auch die übrigen Wettbewerbsdörfer Scheiden, Sinz, Nohn und Mechern hatten der Jury ihre erfolgreichen Projekte und zukünftigen Entwicklungsstrategien präsentiert, und wurden im Rahmen der Feierstunde ebenfalls geehrt. „Schon die Teilnahme am Dorfwettbewerb und das Bewusstmachen der eigenen Stärken, die Entwicklung von Zukunftsperspektiven sowie die gemeinschaftliche Umsetzung von Projekten vor Ort sind ein Gewinn für jedes Dorf“, so Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich.
Neun Dörfer hatten sich für den Wettbewerb beworben und sich im Juni einer Jury aus Kreistagsmitgliedern sowie Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Fachbereiche – unter anderem Tourismus, Obst- und Gartenbau, Wirtschaft und Kultur – gestellt. Die Sieger durften sich ein weiteres Mal präsentieren – diesmal im Landesentscheid. Hier konnten Bietzen, Harlingen und Menningen gemeinsam die Bronzemedaille erringen. Ein weiterer Grund zur Freude für den Bietzerberg: Der „Kinder- und Jugendortsrat Harlingen“ hat den Sonderpreis der Ministerin „Kinder und Jugend im Dorf“ gewonnen, der mit 2500 Euro dotiert ist. Der Ansatz, Kinder und Jugendliche aktiv ins Dorf- und Vereinsleben einzubinden und alles auch aus dem Blick der Kinder und Jugendlichen zu besprechen, ist im Landkreis Merzig-Wadern einmalig.
„Mit dem Kinder- und Jugendortsrat schaffen wir eine Plattform, auf der junge Menschen frühzeitig erleben, dass ihre Stimme zählt“, so Ortsvorsteher Kevin Burger. Hier lernen sie Verantwortung zu übernehmen, entwickeln soziale und demokratische Kompetenzen und gestalten ihre Umgebung aktiv mit. Das sieht auch Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich so: „Den Kindern und Jugendlichen in unseren Dörfern müssen wir unser Augenmerk ganz besonders schenken. Eine Dorfgemeinschaft hat nur dann eine Zukunft, wenn die nächste Generation sich auch mit ihr verbunden fühlt und weiß: Hier gehöre ich hin; hier gehöre ich dazu.“