Filmreihe »Starke Frauen im Film« fand großen Zuspruch
Mit dem Dokumentarfilm „Ein Tag ohne Frauen“ wurde am Freitag, 25. September, in Kooperation mit den Filmfreunden Wadern und den Filmfreunden Losheim am See im Lichtspielhaus Wadern die im März gestartete Filmreihe „Starke Frauen im Film“ der Gleichstellungsstelle des Landkreises fortgesetzt. Der gut besuchte Filmabend stieß auf positive Resonanz. Anhand des historischen Frauenstreiks in Island im Jahr 1975 zeigte der Film, wie gemeinsames Handeln gesellschaftliche Veränderungen anstoßen kann.
Der Dokumentarfilm von Pamela Hogan und Hrafnhildur Gunnarsdóttir erzählt die bewegende Geschichte des legendären Frauenstreiks in Island: An einem Herbstmorgen 1975 legten 90 Prozent der isländischen Frauen ihre Arbeit nieder – in Betrieben wie in Familien. Ihr Protest gegen die systematische Unterbewertung ihrer Arbeit brachte das Land für einen Tag zum Stillstand und veränderte nachhaltig das gesellschaftliche Bewusstsein. Island gilt heute als eines der fortschrittlichsten Länder der Welt in Fragen der Gleichstellung – nicht zuletzt als Folge dieses historischen Moments.
Als Ehrengästin nahm Bettina Altesleben, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen, an der Veranstaltung teil. In ihrem Impulsvortrag sprach sie über aktuelle Herausforderungen wie Chancengleichheit, gerechte Bezahlung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie den Schutz vor Gewalt. Auch die medizinische Forschung thematisierte sie im Zusammenhang mit geschlechtsspezifischen Ungleichheiten. Sie gab Denkanstöße zur Gleichberechtigung und zu den Herausforderungen, die weiterhin bestehen.
Zusätzlich zeigten die Lichtspiele Wadern vor dem Hauptfilm den Kinospot der landesweiten Kampagne „Mich kriegst du nicht K.O.! – Gemeinsam stark gegen K.O.-Tropfen!“, der für die Gefahren sensibilisieren soll. Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag in der Präventionsarbeit.
Die Kampagne wurde von der Landesarbeitsgemeinschaft Kommunale Frauenbeauftragte, dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit und den spezialisierten Fachberatungsstellen bei sexueller Gewalt – Nele, Phönix, Frauennotruf Saarland sowie dem Weißen Ring – konzipiert.
Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und der Bürgermeister der Stadt Wadern, Jochen Kuttler, waren mit Videobotschaften zugeschaltet. Beide gingen auf die Bedeutung des Themas Gleichberechtigung sowie auf das Engagement der Gleichstellungsstelle und der Filmfreunde in Wadern ein. Ebenfalls unter den Gästen war Martina Holzner, Mitglied des saarländischen Landtags. An der Veranstaltung nahmen außerdem Tanja Maring, die interne Frauenbeauftragte der Stadt Wadern, sowie Vertreterinnen der Initiative „Neue Frauenorte“ im Pastoralen Raum Wadern-Losheim und des örtlichen Frauenstammtischs teil. Der Verein der Filmfreunde der Lichtspiele Wadern war durch seinen ersten Vorsitzenden Hanns Peter Ebert vertreten.
Für Doreen Schrecklinger-Leuchte, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, ist die Filmreihe mehr als eine Folge von Vorführungen: „Manchmal bleibt von einem Filmabend mehr zurück als nur die Erinnerung an einen Film. Die Veranstaltungen sollen Raum für unterschiedliche Perspektiven und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Veränderungen bieten“.
Die Künstlerin Daniela Heinki ließ sich von der Filmreihe inspirieren und entwickelte daraus eine eigene kreative Idee. In Kooperation mit der Gleichstellungsstelle des Landkreises Merzig-Wadern soll ein Kunstworkshop unter dem Titel „Starke Frauen – Mutige Collagen“ entstehen. Weitere Informationen zu Terminen und Ablauf für 2027 folgen. Auch beim Filmabend war Heinkis künstlerischer Beitrag sichtbar: Sie gestaltete eine Leinwand für die Veranstaltung. Rote Socken, ein Symbol der Frauenbewegung, begleiteten die Gäste bis zum Vorführsaal.
Zum Abschluss betonte Doreen Schrecklinger-Leuchte, „dass viele Stimmen gemeinsam etwas bewegen können. Veränderung beginnen manchmal genau dort, wo wir den Mut haben, das, was selbstverständlich scheint, neu zu betrachten“. Die Filmreihe möchte dazu anregen, vertraute Sichtweisen zu hinterfragen und sich weiter mit Gleichberechtigung und gesellschaftlichem Wandel auseinanderzusetzen.
Das Seminarprogramm 2026 ist unter www.merzig-wadern.de/gleichstellungsstelle sowie als Broschüre bei der Gleichstellungsstelle des Landkreises Merzig-Wadern in der Bahnhofstraße 44 in Merzig erhältlich. Weitere Informationen gibt es per E-Mail an gleichstellungsstelle@merzig-wadern.de oder unter 06861-801046 und 06861-801045.