5. Gesundheitstag im Landratsamt 2018 - eine Herzenssache
Der Gesundheitstag im Landratsamt ist inzwischen eine gute und beliebte Tradion innerhalb der Verwaltung geworden. Am Mittwoch, 14. November 2018, stand bei der 5. Veranstaltung das Herz im Mittelpunkt. Der „Cardio-Day – Tag zur Herzgesundheit“ bot sowohl viele Infomationen rund um das Herz, als auch praktische Anleitungen und Tests.
Es wurden keine Bilder gefunden.
Organisiert wurde der Tag von Stefanie Horf und Simon Streit, die in der Verwaltung für das Betriebliche Gesundheitsmanagement verantwortlich sind, und dem Verein Herzgesund e.V., dem Zentrum für Kardioprävention Neunkirchen sowie der IKK Südwest.
Es wurden keine Bilder gefunden.
Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich eröffnete den Gesundheitstag im großen Sitzungssaal und freute sich darüber, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Angebote so zahlreich nutzen: „Wir haben heute tolle Partner mit dabei, die Sie informieren, beraten und jedem das Thema Herzgesundheit und Herzsicherheit näherbringen. So können wir alle dazu beitragen, den Landkreis herzsicherer zu machen.“
Sport ist Mord oder Jede Bewegung zählt
Das Thema Herzgesundheit war der Schwerpunkt des ersten Vortrags von Prof. Dr. Gerhard Schmitt. Er ist Professor für Medizintechnik an der Hochschule Kaiserslautern und seit 25 Jahren in der Medizingeräteentwicklung. Sicherlich eine der überraschendsten Informationen von ihm war die Feststellung, dass die größte Gefahr bezüglich der Herzgesundheit nicht etwa vom Rauchen oder von Übergewicht ausgeht, sondern vom Bewegungsmangel.
Was bedeutet, dass Bewegung auf jeden Fall in den Tagesrhythmus gehört. Nicht immer machbar und gar nicht so einfach, aber wer das Risiko für Herzerkrankungen verringern möchte, muss sich bewegen. Dabei sei es jedoch wichtig, die für sich richtige Sportart und geeignete Bewegungsart zu finden. Vor allem muss es Spaß machen, sonst ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man schnell wieder aufhört.
Dabei hat die Bewegung nicht nur positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Auch auf Gehirn, Stoffwechsel, Muskeln und Skelett, sowie auf den Verlauf einiger Krebserkrankungen und bei der Vorbeugung von Demenz hat Bewegung einen positiven Einfluss. Das macht ein Blick auf anerkannte Untersuchungen deutlich: Zwei Stunden Bewegung pro Woche senken das Risiko von Herzerkrankungen um 80%, für Diabetes um 75%. Außerdem gibt es eine weitere gute Nachricht für alle Sporttreibende im Zeitalter des Anti-Aging: Denn Sport hält auch jung!
Jeder kann Leben retten – HerzSicher
Der erfahrene Rettungssanitäter und Dozent für die Ausbildung von Rettungskräften, Frank Marx, gab in seinem Vortrag wichtige Hinweise zur Vorgehensweise im Notfall. Was kann jeder machen, um Leben zu retten? Vor allem keine Angst haben, etwas falsch zu machen. Denn, wie Frank Marx betonte, ist es das Schlimmste nichts zu tun, wenn ein Mensch mit Herz-Kreislaufproblemen zusammenbricht.
Es wurden keine Bilder gefunden.
In einem theoretischen Teil erläuterte er zunächst die Vorgänge am Herzen und im Körper, die zu einem plötzlichen Herztod führen können. Dabei ist das größte Problem das so genannte Herzkammerflimmern. Das Herz bekommt zu viele Nervenimpulse, kann nicht mehr schlagen, versorgt sich selbst nicht mehr mit Blut, so dass Gewebe innerhalb kurzer Zeit abstirbt. Die Prognose in einem solchen Fall ist fatal: Wenn ein Mensch Kammerflimmern bekommt, tritt der sichere Tod ein, wenn nicht innerhalb von fünf Minuten ein elektrischer Schock erfolgt. Begleitend ist die Herzdruckmassage und Beatmung erforderlich.
Es wurden keine Bilder gefunden.
Um die Möglichkeit eines Elektroschocks über einen Defibrilator zu haben, wurden bereits in vielen öffentlichen und zugänglichen Gebäuden spezielle Defibrilatoren aufgehängt (im Landratsamt im Foyer direkt neben dem Treppenaufgang). Diese Geräte geben genaue Anweisungen und leiten den Ersthelfer durch die notwendigen Schritte. Wie dann folgend die Herzmassage mit Beatmung funktioniert, durften die Zuhörer unter Anleitung von Frank Marx selbst probieren und so erlernen.
Cardio-Scan und Herz-Check
Im kleinen Sitzungssaal konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über den gesamten Tag hinweg zwei verschiedene Analysegeräte nutzen. Im Cardio-Scan wurde ein Ruhe-EKG geschrieben, aus dem sich gegebenenfalls erste Hinweise ableiten lassen.
Es wurden keine Bilder gefunden.
Beim Herz-Check ging es auf die Ergometer. In der Bewegung wurden ein Belastungs-EKG geschrieben und eine Herz- und Stressmessung durchgeführt. So ließ sich am Ende das kardiologische Alter bestimmen. Das konnte auch schon mal deutlich unter oder über dem eigentlich Alter liegen.
Wer wollte, konnte bereits früh morgens mit Asanas, einfachen Yoga-Übungen starten, die Maria Kautenburger zeigte.
Kurz und knapp
Wie erkenne ich einen Herstillstand?
- Betroffene Person ist bewusstlos, nicht ansprechbar
- Betroffene Person hat keine normale Atmung (überprüfen)
- Betroffene Person hat keine Kreislaufzeichen (z.B. Puls, am Hals fühlen)
Was ist dann zu tun?
1. Hilfe rufen über 112
2. Herzdruckmassage beginnen
3. Rasche Defibrilation
4. Weitere Herzmassage (30x) im Wechsel mit Beatmung (2x)