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„Ach, die zwei, drei Zigaretten am Tag oder mal ein Gläschen Alkohol werden meinem ungeborenen Kind doch sicher nicht schaden.“ Das ist ein leider noch immer weit verbreiteter Irrtum, wie Referentin Jutta Klein diese Woche bei der Informations-Veranstaltung „Schwanger ohne Alkohol, Tabak und Drogen“ (organisiert vom Gesundheitsamt Merzig-Wadern in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus des SOS-Kinderdorfs) den 50 Schülern verdeutlichte. Die Jugendlichen zwischen 15 und 23 Jahren aus verschiedenen Schulformen und Klassen des BBZ Merzig waren zwar selbst noch nicht vom Thema Schwangerschaft betroffen. Jedoch sei eine frühe Aufklärung bezüglich der Wirkung verschiedener Rauschmittel auf ein ungeborenes Kind enorm wichtig, betonte Jutta Klein. Denn, wie sie nachdrücklich erklärte und mit verschiedenen Elementen zeigte, bereits ein Glas Alkohol oder eine Zigarette können Schäden in der Entwicklung während der Schwangerschaft verursachen.

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„Wer während einer Schwangerschaft raucht, trinkt oder Drogen konsumiert, riskiert eine Vielzahl von negativen Auswirkungen für das Baby. Von einer Fehlgeburt über organische und geistige Fehlentwicklungen bis hin zu deutlich erhöhten Risiken für die Kinder im Verlauf ihres Lebens. Das Kind ist im Bauch von der Versorgung durch die Mutter abhängig, das sollte jedem bewusst sein und die damit verbundene Verantwortung ebenso“, erklärte die Dozentin. Die zu Beginn auch sehr offen zugibt, dass sie selbst eine starke Raucherin war früher. Jedoch mit der ersten Schwangerschaft sehr schnell aufgehört hat.

Wie sich der Konsum beispielsweise von Alkohol, auch durch das Rauschtrinken bei einer Gelegenheit, auswirken kann, ist vielen Frauen nicht bewusst. Es könne zu erheblichen und dauerhaften Schäden kommen, weiß Jutta Klein. Zur Verdeutlichung zeigte sie den Schülern zwei verschiedene Nachbildungen von Babys. Ganz deutlich war im Vergleich zu erkennen, dass das Baby, das unter fetalen Alkoholspektrum-Störungen leidet, viel kleiner und dünner ist, der Kopf ist deutlich kleiner und es zeigen sich Veränderungen an den Augen, der Nase und der Nasenfalte. Geistige Einschränkungen oder Behinderungen können bei allen Rauschmitteln und Drogen dazukommen, bis hin zu einer höheren Gefahr an Depressionen zu erkranken oder einer höheren Suizidgefährdung. Daher sei es wichtig nicht nur bei der eigenen Schwangerschaft auf all diese „Gifte“ zu verzichten, sondern auch im Umfeld darauf hinzuweisen, wenn eine Freundin oder Verwandte Alkohol, Tabak oder Drogen während den Schwangerschaft konsumiert, gab Dozentin Jutta Klein den Jugendlichen mit auf den Weg.

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Dass leider nicht wenige Kinder von den genannten Schädigungen betroffen sind, weiß Gabriele Wahlen vom Gesundheitsamt Merzig-Wadern, die die Veranstaltung mitorganisiert und begleitet hat: „ Nach Schätzungen werden in Deutschland jährlich etwa 10.000 Babys mit alkoholbedingten Schädigungen (FASD) geboren. Man vermutet, dass davon bis zu 2.200 Kinder das Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS) aufweisen.“ Alkohol,- Tabak- und Drogenkonsum während Schwangerschaft und Stillzeit seien vermeidbare Risiken für die vorgeburtliche und frühkindliche Entwicklung. Eine unbedenkliche Menge gebe es nicht, betonte Gabriele Wahlen.

Auf einen Blick:
Das Gesundheitsamt arbeitet zur Durchführung solcher Veranstaltung eng mit dem Landesinstitut für präventives Handeln (LPH) und dem Mehrgenerationenhaus des SOS-Kinderdorfs zusammen. Das LPH unterstützt diese Termine finanziell und hat das Thema „Schwanger ohne Alkohol, Tabak und Drogen“ bereits vor Jahren in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium bearbeitet und vorangebracht. In Zukunft soll es in Zusammenarbeit mit Steffi Müller-Rass (im Mehrgenerationenhaus zuständig für die frühen Hilfen) und Bärbel Kramb (ebenfalls Mehrgenerationenhaus) weitere Veranstaltungen zu diesem Thema geben.

Bildnachweis: Jutta Klein (vorne) sensibilisierte die Schüler für das Thema „Schwanger ohne Alkohol, Tabak und Drogen“. Foto: Landkreis/ Sylvie Rauch