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Mobilitätangebote weiterhin großes Thema bei der Kreisverwaltung - Neues Mobilitäts- und Versorgungsmanagement eingerichtet

„Die vorhandene Versorgungslage in den Gemeinden und Städten im Landkreis Merzig-Wadern ist gut, noch gut. Die Versorgungsstruktur passt, alle Hauptorte verfügen über Einrichtungen der Daseinsvorsorge. Auch in vielen kleineren Orten gibt es noch Versorgungseinrichtungen wie Bäcker oder Kindertagesstätten.“ Das war ein sehr wichtiges Ergebnis, das am Montag, 13. August, in Weiskirchen von der Stabsstelle Regionale Daseinsvorsorge präsentiert wurde.

Zum Download: Die Ergebnispräsentation des Modellvorhabens

Sven Lachmann vom IfR Institut für Regionalmanagement präsentierte die Ergebnisse des Modellsvorhabens (Foto: Landkreis Merzig-Wadern/Nathalie Hammes)
Sven Lachmann vom IfR Institut für Regionalmanagement präsentierte die Ergebnisse des Modellsvorhabens (Foto: Landkreis Merzig-Wadern/Nathalie Hammes)


Sven Lachmann vom IfR Institut für Regionalmanagement präsentierte die Ergebnisse des Modellsvorhabens (Foto: Landkreis Merzig-Wadern/Nathalie Hammes)

Der Landkreis Merzig-Wadern hatte sich im Rahmen des Modellvorhabens „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen“ intensiv mit der Versorgungssituation der Menschen im Landkreis befasst. Zahlreiche Erhebungen und Analysen in den Themenfeldern Versorgung und Mobilität wurden durchgeführt. Viele Experten, Vertreter der Städte und Gemeinden sowie Bürgerinnen und Bürgern hatten den Landkreis in Gesprächen und einer Onlinebefragung unterstützt. Das Modellvorhaben endet zum 31. August. Um Bilanz zu ziehen und einen Ausblick zu wagen, wurden die Ergebnisse dieser Arbeit ab 16 Uhr im Haus des Gastes in Weiskirchen vorgestellt.

Nach der Begrüßung durch Helma Kuhn-Theis, erste Beigeordnete der Gemeinde Weiskirchen, erklärte Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, warum die Themen Versorgung und Mobilität in einer immer älter werdenden Gesellschaft so wichtig sind und warum sich der Landkreis damit beschäftigt. „Dieses Projekt ist eine sehr gute Sache und das Ergebnis ist sehr erfreulich. Für uns ist wichtig: Wie ist die Versorgungssituation im Moment, wie können wir diese noch gute Situation aufrechterhalten? Wo gibt es Veränderungen, wo muss man reagieren. Diese Struktur zu sichern, ist ein wichtiges Ziel“.

Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich sprach über die Wichtigkeit von Versorgung und Mobilität im ländlichen Raum (Foto: Landkreis Merzig-Wadern/Nathalie Hammes)
Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich sprach über die Wichtigkeit von Versorgung und Mobilität im ländlichen Raum (Foto: Landkreis Merzig-Wadern/Nathalie Hammes)


Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich sprach über die Wichtigkeit von Versorgung und Mobilität im ländlichen Raum (Foto: Landkreis Merzig-Wadern/Nathalie Hammes)

Im Bereich der Mobilität wurden die größten Herausforderungen festgestellt. Bei der Onlinebefragung war unter anderem das Ergebnis, dass 93 Prozent über ein eigenes Auto verfügen oder ein Auto in der Familie vorhanden ist, 60 Prozent haben ein Fahrrad und 6,5 Prozent eine Zeitkarte für den Öffentlichen Personennahverkehr.
„Gerade den Gruppen Senioren und Jugendlichen, die kein Zugang zu einem Auto haben, Mobilität zu gewährleisten, ist ein ganz wichtiges Thema und das soll in den nächsten Jahren weiterbearbeitet werden“, betonte die Landrätin, „denn Mobilität ist der Schlüssel zur individuellen Versorgung“.

Die Hintergründe des Modellvorhabens erklärte den Gästen Dr. Bernd Rittmeier vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. „Die 18 Modellregionen hatten einen Pflichtkatalog abzuarbeiten, zum Beispiel wie viele Ärzte und Praxen gibt es in der Region. Eine tolle und spannende Umsetzung dieser Infrastruktur für Merzig-Wadern ist das WebGIS“.

In Anwesenheit der Landtagsabgeordneten Martina Holzner und Stefan Thielen, Dr. Arnold Ludes vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, der Bürgermeister Jochen Kuttler, Wadern, und Daniel Kiefer, Mettlach, der Kreistags- und vieler Ortsratsmitgliedern gab Christina Gehlen von der Stabsstelle Regionale Daseinsvorsorge des Landkreises einen Überblick über das Projekt und die Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2030.
Sie erklärte die Bestandserhebung und -analyse des extra für dieses Projekt erstellten WebGIS, neben unter anderem der Onlinebefragung, Expertengesprächen und der Jugendbeteiligung ein sehr wichtiges Instrument im Beteiligungskonzept. „Versorgung und Mobilität kann man nicht voneinander getrennt betrachten“. Wichtig seien nicht nur vorhandene Versorgungzentren, sondern auch, wie man dorthin gelangen kann.

Konkrete Handlungsansätze sind für die Zukunft die Entwicklung bedarfsgerechter Mobilitätsangebote sowie die Weiterentwicklung der Nahverkehrsplanung oder die Stärkung der privaten Mitnahmekultur.

Beispiele für alternative, ergänzende Mobilitätsangebote

Zwei Beispiele für alternative, ergänzende Mobilitätsangebote sind der Dorf- und Kindergartenbus (DoKi-Bus) Wehingen und die „Mitfahrerbänke Wadern“. Die beiden Projekte wurden jeweils vorgestellt, von Stefan Ollinger, Ortsvorsteher von Wehingen, sowie von Bürgermeister Kuttler.

Zu den Themenbereichen Versorgung und Mobilität soll für die Umsetzung der Konzeption ein Mobilitäts- und Versorgungsmanagement (MoVe) als eine Koordinierungs- und Vernetzungsstelle eingerichtet werden. Diese wird beim Landkreis angesiedelt sein.

Hintergrund

Wie viele ländliche Regionen, steht auch der Landkreis Merzig-Wadern vor den Herausforderungen des demografischen und gesellschaftlichen Wandels. Versorgungsangebote wie Bäcker, Lebensmitteleinzelhandel, Kindertagesstätten, Schulen oder Allgemeinmediziner sind schon heute nicht mehr in allen Ortsteilen vertreten. Mobilitätseingeschränkte Bevölkerungsgruppen, wie Senioren, Menschen mit Behinderung, aber auch Kinder und Jugendliche müssen auf verschiedene Mobilitätsangebote zurückgreifen, um die Versorgungseinrichtungen zu erreichen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hatte sich der Landkreis Merzig-Wadern als eine Modellregion beworben, um im Rahmen des Bundesmodellvorhabens „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen“ Fördergelder zu bekommen. Das Modellvorhaben leistet einen Beitrag zur Sicherung der künftigen Daseinsvorsorge und Nahversorgung sowie der Mobilität.
Insgesamt 91 vom demografischen Wandel besonders betroffene Regionen haben am Wettbewerb des BMVI teilgenommen. 18 Regionen konnten mit ihren Ideen und Konzepten besonders überzeugen, so auch der Landkreis Merzig-Wadern.
Der Landkreis Merzig-Wadern hatte in der Folge gemeinsam mit verschiedenen Akteuren aus Verwaltung, Politik, Versorgern und Mobilitätsanbietern sowie den Bürgerinnen und Bürgern als Nutzer der Versorgungseinrichtungen und der Mobilitätsangebote ein Konzept erarbeitet und entwickelt. Für die Region konnten wertvolle neue und vertiefende Erkenntnisse gewonnen werden, die im Integrierten Kooperationsraum- und Mobilitätskonzept (IKMK) festgeschrieben wurden.
Am Montag, 13. August, wurden im Haus des Gastes in Weiskirchen diese Ergebnisse dieser Arbeit präsentiert.

Weitere Informationen

Mit dem Modellvorhaben leistet das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)einen Beitrag dazu, gleichwertige Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen zu gewährleisten. Es soll die Modellregionen dabei unterstützen, Daseinsvorsorge, Nahversorgung und Mobilität besser zu verknüpfen, um die Lebensqualität in der Region zu verbessern und wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen. Bei der Entwicklung der Konzepte haben die Regionen auch diejenigen aktiv eingebunden, an die sich die Angebote später richten sollen – zum Beispiel Jugendliche, Familien mit Kindern und ältere Menschen.

Die Umsetzung im Landkreis Merzig-Wadern erfolgte durch die Stabsstelle Regionale Daseinsvorsorge.

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