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03.11.2020

Landrätin fordert anderen Umgang mit Coronafällen in Schulklassen

Daniela Schlegel-Friedrich, Landrätin des Landkreises Merzig-Wadern - Foto Werner Klein © LandkreisMerzig-Wadern
Daniela Schlegel-Friedrich, Landrätin des Landkreises Merzig-Wadern - Foto Werner Klein © LandkreisMerzig-Wadern


Daniela Schlegel Friedrich, Landrätin des Landkreises Merzig-Wadern, plädiert für einen Strategiewechsel bei dem Umgang mit Coronafällen in Schulklassen. Obwohl es in den Schulen kaum Infektionsketten gibt, werden zurzeit ganze Schulklassen in Quarantäne geschickt, wenn es in der Klasse einen Coronafall gibt. Dieses Vorgehen führt an den Schulen zu einem Lockdown durch die Hintertür und bringt zudem die Gesundheitsämter im Saarland an ihre Grenzen. Es gehen durch das Verfolgen dieser großen Personengruppen, die zudem kaum infektionsrelevant sind, wichtige Ressourcen für die Kontaktnachverfolgung verloren. „Es hat sich bisher gezeigt, dass es nur wenige Infektionsketten in Schulklassen gibt, sodass die Quarantäne von hunderten von Schülerinnen und Schülerin, sowie eine generelle Maskenpflicht nicht verhältnismäßig ist“, erklärt die Landrätin. Sie hält die Quarantäne- und Maskenregelungen der Schulen in Luxemburg für den geeigneteren Weg und hat an die Landesregierung appelliert, das Vorgehen der Luxemburger Regierung auch für die saarländischen Schulen zu prüfen.

In Luxemburg gilt für alle Kinder ab sechs Jahren auf dem Schulweg und in Schulgebäuden eine Maskenpflicht. In der Grund- und Sekundarschule ist das Tragen von Masken im Klassenzimmer und auf dem Pausenhof fakultativ. Gibt es in einer Schulklasse nur einen Fall, so wird die infizierte Person zu Hause isoliert. Die Klasse wird innerhalb der Schule isoliert, aber nicht in Quarantäne geschickt. Zudem wird eine Maskenpflicht für diese Klasse ausgesprochen. Nach sechs Tagen werden die Schüler und Lehrer getestet. Erst wenn es mehrere Fälle in einer Schulklasse gibt, wird sie unter Quarantäne gestellt und alle Kontaktpersonen getestet. 

Landrätin Daniela Schlegel Friedrich ist überzeugt und hat sich mit der Ansicht an die Landesregierung gewendet, „dass die luxemburger Quarantäneregelung, was die Aufrechterhaltung des Schulbetriebes und der Arbeitsfähigkeit der Gesundheitsämter angeht, deutlich effektiver als die derzeitige Regelung im Saarland ist.“.

Genau wie ihr Kollege Landrat Udo Recktenwald ist Daniela-Schlegel-Friedrich der Meinung, dass eine Doppelstrategie in der Kontaktnachverfolgung richtig ist. Neben der Nachverfolgung aller Infizierten und deren Umfeld, müssen auch die Quellcluster aufgespürt werden, um die Corona-Neuinfektionen langfristig zu stoppen.

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