Landkreis Merzig-Wadern
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Die Geschichte des Landkreises Merzig-Wadern
Der Wechsel in der Ausübung der weltlichen Macht im Gebiet des heutigen Kreises Merzig Wadern war wohl nirgends so häufig wie an diesem Teil der früheren Reichs- und heutigen Bundesgrenze zu Frankreich.
Seit der Herrschaft des Erzbischofs und Kurfürsten Balduin von Trier (1307 1354) gehört unsere Heimat zum Erzstift Trier, kirchlich über Jahrhunderte zum Archidiakonat St. Mauritius, Tholey. Das heutige Kreisgebiet setzte sich im Wesentlichen zusammen aus Teilen des Herzogtums Lothringen und des Kurfürstentums Trier, die Herrschaft Dagstuhl, ferner vom Reichsdorf Michelbach, dem Reichsritterlichen Hofe Münchweiler und kleineren Gebietsteilen des Herzogtums Luxemburg an der Obermosel. Die Neuordnung der neuen westlichen Provinzen Preußens aufgrund der Ergebnisse des 1. Pariser Friedens vom 30.05.1814, der Beschlüsse des Wiener Kongresses vom 08.06.1815 veranlasste die Hohe Regierung in Trier zu der „Rectification” vom 1. September 1816, wonach der Kreis Merzig folgende neun Bürgermeistereien umfasste: Besseringen, Hausbach, Hilbringen, Losheim, Merzig (und Bürgermeisterei Bietzen), Wahlen, Wadern, Weierweiler, Haustadt.
Die Einwohnerzahl betrug damals rund 21 000.
Am 1. Juli 1816 gingen die „Kantone Merzig und Wadern” endgültig in preußischen Besitz über.
Wesentliche gebietliche Änderungen traten im Kreis nicht ein bis zum 10.03.1920. Ab diesem Zeitpunkt nahm eine besondere Verwaltung ihre Tätigkeit in Wadern auf: der Kreisverwalter des Restkreises Merzig (im Sprachgebrauch Restkreis „Wadern” genannt). Infolge des Versaillers Vertrages vom 28.06.1819 wurden die Bürgermeistereien Losheim, Weiskirchen und Wadern als „Rest” Kreis abgetrennt. Sie verblieben bei Preußen, während der Stammkreis Merzig wie auch das übrige „Saargebiet” unter Völkerbundsmandat gestellt wurde.
Die Volksabstimmung vom 13.01.1935 bewirkte die Rückkehr zum Deutschen Reich am 01.03.1935. Vom zweiten Weltkrieg hart getroffen wurde der überwiegende Teil der Bevölkerung durch die zweimalige Evakuierung in den Jahren 1939/40 und 1944/45.
Nach dem Kriege wurden der Restkreis und der Stammkreis wieder vereinigt. Die Gemeinden des damaligen Amtes Perl kamen vom Bundesland Rheinland-Pfalz zum Kreis Merzig und damit zum Saarland.
Bis zu der am 01.01.1974 in Kraft getretenen Gebietsreform im Saarland gehörten dem Kreis 84 Gemeinden an, die in 8 Amtsverwaltungen und der Stadt Merzig zusammengeschlossen waren. Der Kreis wurde durch die Reform nur unwesentlich berührt: Die sogenannten „Bachgemeinden” Kostenbach, Buweiler, Rathen kamen vom Kreis St. Wendel zum Kreis Merzig-Wadern, Michelbach wurde an den Kreis Saarlouis abgetreten. Der Kreis hat z. Z. (in zwei Städten und fünf Gemeinden) eine Größe von 555 qkm mit 106 251 Einwohnern.
(Stand: 31.03.2002)
Historie:
| 1816 | Am 22.7.1816 Einführung des 1. Landrates im Kreis Merzig-Wadern, Regierungssekretär Werner von der königlich-preußischen Regierung in Trier. |
| 1819 | Gründung einer Fabrikarbeitersparkasse in Mettlach - St. Antoniusbruderschaft |
| 1828 | Konstituierung der Kreisstände |
| 1857 | Gründung der Kreissparkasse Merzig |
| 1891 | Die Kreisverwaltung erhielt ihr erstes Kreishaus |
| 1903 | Bau der Kleinbahn Merzig-Büschfeld |
| 1913 | Bau der Eisenbahnlinie Merzig-Betzdorf mit Anschluss nach Metz |
| 1946 | Der Restkreis Merzig wird wieder vereinigt mit dem Stammkreis. Die Gemeinden des Amtes Perl (vormals Kreis Saarburg) werden dem Kreis Merzig einverleibt. Neuer Kreisname: Merzig-Wadern |
| 1966 | Einweihung der zur Großschifffahrtsstraße ausgebauten Mosel |
| 1974 | Gebietsveränderung durch die ab 1.1.1974 vollzogene Gebiets- und Verwaltungsreform |
| 1986 | Kommunalisierung der Landräte, am 30.8.1986 Wahl des Landrates Michael Kreiselmeyer |
| 1987 | Am 1.4.1987 Beginn der Ausgrabungsarbeiten in Perl-Borg (römische Großvillenanlage) |
| 1991 | 175jähriges Jubiläum des Landkreises Merzig Wadern |
| 1991 | Am 19.4.1991 Einweihung des renovierten Kreisverwaltungsgebäudes |
| 1992 | Kommunalisierung der Gymnasien |
| 1993 | Am 1.1.1993 Übernahme der Trägerschaft der Kreiskrankenhaus GmbH durch die Saarland Heilstätten GmbH |
| 1993 | Am 16.7.1993 Einweihung der restaurierten Burg Montclair |
| 1996 | Am 21.1.1996 Wiederwahl des Landrates Michael Kreiselmeyer durch Direktwahl |
| 1997 | Am 1.1.1997 Kommunalisierung Untere Landesbehörden |
| 1997 | Beginn des II. Bauabschnittes in der römischen Villa Borg |
| 1999 | Eröffnung des Herrenhauses der römischen Villa Borg |
| 1999 | Spatentisch und Beginn des III. Bauabschnittes in der römischen Villa Perl Borg |
| 2000 | Saarlandtag Saar-Lor Lux im Landkreis Merzig-Wadern |
| 2000 | Am 22.9.2000 Eröffnung des Museums Schloss Fellenberg |
| 2001 | Eröffnung des Wohn- und Wirtschaftsgebäudes der römischen Villa Borg |
| 2001 | Festival des Sports |
| 2002 | Tour de France im Landkreis Merzig-Wadern |
| 2004 | Am 13.6.2004 9. Wahl zu den Kreistagen |
| 2004 | Am 13.6.2004 Daniela Schlegel-Friedrich erringt bei der Direktwahl 53,9 % der Stimmen |
| 2004 | Am 1.10.2004 Daniela Schlegel-Friedrich wird zur Landrätin ernannt |
| 2005 | 50 Jahre Saar-Referendum |
siehe auch:
Die Landräte des Kreises Merzig-Wadern ab 1816
Bilder zur Geschichte des Landkreises
